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Horace Dodge....

Wie der Name schon sagt
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stero111
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Horace Dodge....

Beitrag #1 von stero111 » 29.04.2022, 23:51

... ja, DER Horace Dodge, einer der Dodge-Brüder hatte ne Yacht... Die SS Delphine, benannt nach seiner Tochter. In den 1920er Jahren war diese Yacht DER Party Hotspot für die "bessere Gesellschaft" in Detroit und auf den Grossen Seen. Inzwischen ist sie perfekt restauriert, befindet sich im Mittelmehr und feiert ihren Einhundertsten Geburtstag  :birthday:
https://www.boatinternational.com/yacht ... s-delphine
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xlspecial
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Beitrag #2 von xlspecial » 30.04.2022, 01:37

Wunderschön. Und wenn man mal überlegt,  78m in 1921. Damit war sie lange Zeit die größte Privatyacht. 
Und sie hat einiges an Geschichte erlebt und vor allem miterlebt. 
Gruß
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Beitrag #3 von taxi-cadillac » 30.04.2022, 20:48

Die Schiffserbauer sterben, die Schiffsbesitzer wechseln,aber die Schiffe bleiben oft sehr lange bestehen und viele Generationen sind darauf zu Gast.

Schiffe den Namen der Tochter zu geben scheint eine alte Tradition zu sein. Auch unser Kajütboot trug den Namen der Tochter des Erbauers. Unser Kajüdboot hieß Marlies wie Tochter des Erstbesitzes und Erbauers. Ich fand den Namen nicht so besonders toll… Aber es hieß man soll den Namen eines Schiffes nicht ändern, das bringt Unglück! Und so hieß halt unser Schiff Marlies… Die reale Marlies-Tochter lebte irgendwo in Berlin… die haben wir nie zu Gesicht bekommen.

Das Kiehl für das Schiff Marlies was mal von 1980-2001 unseres war,wurde auch in den zwanziger Jahren gelegt. Wer diesen Krupp Stahl mal wann genau zusammen genietet hat und wo ist uns nicht bekannt. Irgendwo entstanden in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mal vier 24 m lange „Back Decker“ mit luxuriöse Ausstattung für reiche Leute!

In den Wirren des Krieges wurden die Schiffe zerstört oder gestohlen oder versenkt. Eins dieser Schiffe war im Kanal bei Eisenhuettenstadt versenkt worden. Ein Herr Finke, Schiffsbauer von Beruf und Werftbesitzer hob dieses versenkte Schiff und entkernte es. Es war auch die Zeit der Vergenossenschafttung privater Betriebe in der DDR und so wurde er kann man sagen entweder enteignet oder seine Werft ging in genossenschaftliches Eigentum über.

Zu dieser Zeit wurde er auch Rentner und auf seinem Grundstück hatte er noch einen Slip privat für sich retten können. Da in der DDR die Vorschrift bestand,dass Sportboote nur 12 m lang sein dürfen wurde der gehobene und entkernte 24 m lange Rumpf geteilt ein Stück herausgeschnitten und wieder zusammen geschweißt. Auf diesen nun 12 m langen Rumpf wurde ein völlig neuer Aufbau geschweißt. Das aus den Resten dieses 24 m langen Luxusschiffes entstandene 12 m lange Kajütboot wurde nach dem Namen seiner Tochter Marlies benannt.

Die Erbauer des Kiehls und des Rumpfes sind uns nicht bekannt. Die Erstbesitzer und der Name des Schiffes als es noch 24 m lang war sind uns auch nicht bekannt. Sicherlich wird der Herr Finke das gewusst haben.

Von dem Umbau bis 1980 hatte es der Herr Finke von deren Sohn wir es gekauft haben. Er ist irgendwann Ende der siebziger Jahre gestorben. Der Sohn der es uns verkauft er ist Anfang der Neunzigerjahre verstorben.

1980 kaufte es mein Vater und wir haben es über ein Jahr lang saniert….. außen Sand gestrahlt und mit Bleimänie und Farbe gestrichen, den Innen Ausbau bis auf das Schlafzimmer in der Spitze mit Spreelafas neu gestaltet. Dabei blieben auch einige originale Elemente vorhanden wie hinten die Schränke oder die Eichentür in der Wohnstube oder die Eichenvitrinen in der Wohnstube. Vieles wurde jedoch neu gestaltet. 

Als ich damals den Innen Ausbau mit machte ….Viertelleisten beizte und mit Bootslack strich und wir mit Vater Sand und Schlacke schleppten zum Sandstrahlen war ich 14. die Wände haben wir mit Spreelafas neu verkleidet viele Sachen aus Messing eingebaut…..Griffe,Bedienelemente u.s.w. Da hatte ich noch eine technische Zeichnung zu gemacht und einen Dreher aus Vaters Betrieb hat das dann aus Messing gedreht……ja auf einem Schiff ist Messing putzen angesagt damit es schön glänzt……Bullaugen,Griffe,Klinken,Lampen……alles Messing und z.T. Eigenbau. Die Schachbrettdecke haben wir auch eingebaut. Vater ist 2018 gestorben.

Wir verkaufen das Schiff 2001 an einen aus West Berlin der jetzt auch nicht mehr lebt. Der hat den Ikarusmotor ausgebaut und einen Mercedes Motor eingebaut. Zudem hat er hinten das Achter-Heck ungefähr um 1 m vergrößert und somit die Wohnstube um 1 m verkleinert. Dazu hat er auch den Führerhaus Stand-Dach umgeändert. Er hat es auch umbenannt in „Marlin“! 

Wer es jetzt besetzt ist mir im Moment nicht bekannt!

Da sieht man wie viele Generationen und Menschen an so einem Schiffsleben daran mitwirken von der Kiellegung bis zur Gegenwart. Und das Schiff wird es noch geben wenn an uns längst keiner mehr denkt und die Besitzer die es dann haben werden,die Vorgeschichte gar nicht kennen wer das alles eingebaut hat,wann mit wie viel Mühe und Arbeit.

Und von den ganzen schönen Fahrten sind bei uns wenigstens noch einige Bilder übrig.

Wie schön gemütlich das alles mit Holz gestaltet ist… Und die Ledersessel! Das erfordert auch alles viel Pflege!
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Munzel
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Beitrag #4 von Munzel » 11.07.2022, 16:06

Das ist schon eher was fürs Auge. Ich finde die modernen Oligarchenyachten vom Stil her bei weitem nicht so schön.
Deutschland ist das einzige Land, wo Mangel an politischer Befähigung den Weg zu den höchsten Ehrenämtern sichert. (Carl v. Ossietzky)
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Beitrag #5 von xlspecial » 12.07.2022, 11:47

Munzel hat geschrieben:Das ist schon eher was fürs Auge. Ich finde die modernen Oligarchenyachten vom Stil her bei weitem nicht so schön.

Modern ist halt immer so eine Sache. Wobei es auch da Designer gibt, die absolut harmonische Linien zusammenbekommen und sehr schicke Schiffe entwerfen.
Ich habe ja nun aus 5 beruflichen Jahren so einige davon gesehen und betüddelt bzw zumindest Lichtelemente dafür konstruiert und hergestellt. Alleine von den Top 100 gehören ca 70 in unseren Kundenstamm. Da sind schon nette Sachen dabei.... Die Konstruktion mache ich immer noch, aber den stressigen Teil des Jobs habe ich abgelegt.
Gruß
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