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US-Autojahr 1924

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US-Autojahr 1924

Beitrag #1 von chief tin cloud » 08.12.2013, 18:19

US-Autojahr
1924




Walter P. Chrysler stellte im Zusammenhang mit der Einführung seines ersten Autos fest, dass es 1924 122 Autobauer in den USA gab. Die grössten sechs bauten nicht weniger als 85% aller US-Autos und der mit weitem Abstand bedeutendste davon war Ford mit einem Gesamt-Anteil von 55%. Oder anders ausgedrückt: Jedes zweite in den USA hergestellte Auto war ein Modell T. Ford verkaufte 1924 acht mal mehr Autos als Chevrolet - bereits 1926 waren es "nur" noch dreimal mehr. Tin Lizzie hatte ihren Zenith überschritten und Chevrolet war dabei, den Schaden den der Air Cooled angerichtet hatte, aufzuräumen...
Einige Eckdaten des Jahres 1924:
[INDENT]

*Im Januar verstirbt Lenin.
*Vom 25. Januar bis 5. Februar findet die Internationale Woche des Sports in Chamonix statt. Sie wird nachträglich vom IOC zu den ersten Olympischen Winterspielen erklärt.
*Aus der 1896 gegründeten Tabulating Machine Company geht im Februar die International Business Machines, abgekürzt IBM, hervor.
*Am 12. Februar wird die Rhapsody in Blue von George Gershwin uraufgeführt.
*Im April wird der Hochverratsprozess gegen Hitler, Ludendorff u.a. nach dem Putschversuch im Vorjahr abgeschlossen. Beide kommen mit milden strafen davon, weil der eine (Ludendorff) ein populärer Heerführer im Krieg war und das Gericht beiden "edelste Motive" unterstellt.
*Am 30. März wird die erste Radiosendung in Deutschland (aus München) ausgestrahlt. Der erste Sender des Landes, die ostpreussische Ostmarken Rundfunk AG, geht am 14. Juni auf Sendung
*Am 4. Mai erringen die radikalen Parteien (Kommunisten und Nationalsozialisten) bei den Reichstagswahlen in der Weimarer Republik starke Gewinne.
*Vom 4. Mai bis 27. Juli finden die 8. Olympischen Spiele in Paris statt.
*Am 10. Mai wird J. Edgar Hoover erster Direktor des FBI. Er wird das Amt bis zu seinem Tod 1972 (!) nicht mehr abgeben.
*Durch Fusion entsteht am 17. Mai Metro-Goldwyn-Mayer
*Am 5. Juni schickt Ernst Alexanderson das erste Fax über den Atlantik.
*Am 30. August werden die Reichsmark eingeführt und die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft gegründet.
*Mit der Ermordung des Gangsterbosses Dean O’Banion am 10. November in Chicago beginnt ein mehrjähriger Bandenkrieg um Alkoholschmuggel und Vormachtsstellung; die Prohibition wird erst 1933 beendet.
*Am 23. November findet das erste Spiel einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf deutschem Boden statt. Es verliert mit 1:0 im Duisburger Wedaustadion gegen ein Team aus Italien
*Ab 25. Dezember kommt der deutsche Spielfilm Quo Vadis (die dritte von 7 Verfilmungen seit 1902) in die (Stummfilm-)Kinos.

Präsident der USA war seit dem 2. August 1923 Calvin Coolidge der als Vizepräsident dem im Amt verstorbenen Vorgänger Warren G. Harding nachfolgte und 1924 nach einem modern geführten Wahlkampf für eine Amtszeit gewählt wurde.

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1924 Chrysler Six Series B-70 Phaeton im vor kurzem geschlossenen Walter P. Chrysler Museum in Auburn Hill. In dieser Form kostete das Auto $ 1495. Der B-70 hat einen hubraum von nur 201 ci (3294 ccm) und leistet 68 HP @ 3000/min (Trombinoscar)


1924 Ford Model T Fordor. Der 1907 eingeführte Dauerläufer war seitdem technisch nur wenig verbessert worden. 1922 hatte er das erst zweite grössere Facelift erhalten. Der Fordor war mit $ 680 die teuerste Version. Einen neuen Roadster gab es schon ab $ 295. Der unverwüstliche 176.7 ci (2896 ccm) Four leistete 20 HP. Am 2-Gang Planetengetriebe und der eigenwilligen Pedalanordnung hielt Henry bis zum Produktionsende 1927 fest. (conceptcarz)[INDENT]
Am 15. Juni 1924 rollte das 10 Millionste Ford T vom Band. Ende Jahr eröffnete Ford Werke in Mexiko, Japan und Australien.[/INDENT]

Der Lincoln Model L war sozusagen die Antithese zum Fordor. Diese Chauffeur-Limousine von Brunn war im Werkskatalog mit der Design Nr.- 135 gelistet. Der V8 mit 368 ci (6030 ccm) leistete 80 HP. In den Anlagen von Brunn entstand später der Playboy. (conceptcarz)


Wie erwähnt, baute Ford 55% aller US-Autos. Die nächstgrössten Unternehmen und Konzerne waren Dodge Brothers (gehörte noch nicht zu Chrysler), General Motors (mit den PKW-Marken Chevrolet, Oldsmobile, Oakland, Buick, Cadillac und Yellow Cab), Studebaker, Hudson (mit dem kleineren Essex) und Willys-Overland brachten es zusammen auf 30% der Produktion. Die übrigen 15% Produktionsanteil verteilten sich demnach auf 106 Hersteller...



Zweimal Dodge Bros. Series 116 Vierzylinder: Touring und "Suburban" Wagon von Cantrell. Das Auto war etwas über dem Ford T angesiedelt und kostete als Touring $ 880. 212.1 ci (3475 ccm) Hubraum, 35 HP. (Wikipedia / EAA)

GM hatte 1923 den Kleinwagenhersteller Scripps-Booth geschlossen und den Markt für Kleinwagen für Jahrzehnte abgeschlossen. Ausserdem wurde das Desaster um den Copper Cooled aufgeräumt und Präsident Alfred Sloan arbeitete daran, dem Konzern jene Struktur zu geben für die GM jahrzehntelang stand.




Ein Chevrolet Superior Series FB kostete zwischen $ 490 und 795, Deluxe-Versionen zwischen $ 640 und 940. Abgebildet ist der sehr ähnliche Superior Series K von 1925 (Ar-Chief)


In Kanada gebauter McLaughlin-Buick, wahrscheinlich ein Master Six. der Kühlerrahmen glich so stark jenem von Packard, dass man dort Buick's Werbeslogan ("When better cars are built, Buick will build them") abgewandelt in eigenen Anzeigen verwendete :
"When prettier cars are built, Packard will build them". Der Master Six Roadster kostete als Series 40 mit 120 Zoll Radstand $ 1275 und als Series 50 mit 128 Zoll Radstand $ 1675. 1924 lieferte Buick den letzten Vierzylinder bis 1980 aus. (Wikipedia)



1924 Cadillac Eight Series V-63 Series Touring. 1924 brachte viele Detailverbesserungen. Der 90° sv V8 hatte paarweise gegossene Zylinder, 318 ci (5211 ccm) und leistete etwa 60 HP. neu waren Vierradbremsen. Dieser 7-pass. Touring kostete $ 3085. Cadillac war dem Weg zur Spitze... (Ar-Chief)


1922-25 Yellow Cab Series O Model O-1-O-4 Brougham Taxi (GM) (Ar-Chief)




Dieser Studebaker Special 6 Series EL Touring ist aus der mittleren von drei Baureihen; es gab ausserdem noch Light Six und Big Six. Der Motor war ein stattlicher sv mit 288.6 ci (4729 ccm) und 50 HP Leistung. Als Touring kostete er $ 1250. (Ar-Chief)



1924 Hudson Super 6 Sedan, Chassis #515887. Der Sechszylinder mit 289 ci (4736 ccm) leistete76 HP @ 2450/min, kostete mit dieser Werkskarosserie aus Alu über Holzgerippe $ 2150 (5-Sitzer) resp. 2250 (7-Sitzer). Der Super 6 war das einzige Modell in diesem Jahr, 59'427 wurden verkauft. (conceptcarz)








Der Willys-Knight Model 64 mit Vierzylinder Schiebermotor ist das Topmodell des Willys-Overland Konzerns mit kurzem (118 Zoll) Radstand und 40 HP Leistung. Dieser Touring kostete $ 1175. Auch W-O blinzelte mit einem Auge auf den Packard-Grill. (WOKR)
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Beitrag #2 von chief tin cloud » 17.12.2014, 23:46

121 Hersteller produzierten 1924 Autos. Ueber die Hälfte steuerte Fords Modell T bei. Nachstehend folgt eine Auswahl von Marken, welche teilweise in Vergangenheit geraten sind.


1924 Nash Six Modell 691 5-passenger Touring. Der "grosse" Nash war ein Sechszylinder in der gehobenen Mittelklasse. (Ar-Chief)



1924 Pierce-Arrow Series 33 Touring. (conceptcarz)



Dieser Luxuswagen mit dem markanten Gesicht war eines der exklusivsten Autos der USA. Er hatte einen seidenweich laufenden Sechszylinder Dual-Valve Motor mit 85 HP Leistung. Die Preise für ein Modell 33 begannen bei $ 5250 und erreichten locker $ 8000 für eine Limousine. Pierce-Arrow verkaufte 1924 2078 Autos.






Drei weitere Luxuswagen made in USA: LaFayette V8 Model 134, Marmon Model 34 Speedster und Packard Single Eight Modell 236 (Ar-Chief)

Für den LaFayette war 1924 das letzte Produktionsjahr. das Unternehmen gehörte Charles Nash, war aber nicht in den Nash-Konzern eingegliedert. Im folgenden Jahr wurde anstelle des LaFayette der noch kurzlebigere Ajax für die untere Mittelklasse gebaute. Der LaFayette hatte einen flathead V8 mit 348.4 ci und 100 HP.
Marmon war ein bekannter Hersteller im oberen Preissegment. Der 34 (C) war das einzige Modell der Marke für 1924. Der 5.6 Liter (339.7 ci) leistete 84 HP. Mit Preisen zwischen $ 3095 und $ 4285 war er deutlich billiger als der Pierce-Arrow.
Der erst im Vorjahr eingeführte Packard Single Eight war der Platzhirsch in dieser Kategorie. Die Marke erlebte in den 1920ern ihre ganz grosse Zeit. Der Single Eight hatte den ersten der legendären Reihenachter mit 357.8 ci (5864 ccm), neunfach gelagerter Kurbelwelle und lässigen 85 PS @ 3000/min.
Offene Tourenwagen wie diese verschwanden bis Mitte der 1930er Jahre fast vollständig.



Front Clip und Motor des Stutz Special Six mit 70 HP. (Ar-Chief)


Das Motiv des europäisch inspirierten Spitzkühlers wiederholt sich in den Scheinwerfern. Der sportliche Stutz aus Indianapolis stand mit Preisen zwischen $ 1995 und $ 2550 an der Schwelle zum Luxusmarkt.


1924 Franklin Six Model 10-B Touring (Ar-Chief)

Dem Franklin kam nicht nur wegen der konsequent angewendeten Luftkühlung eine Aussenseiterrolle zu; er war ausserdem einer der kompaktesten Luxuswagen der USA. Die Preise für den Dreiliter lagen zwischen $ 1950 und $ 2950.

Es folgen einige Mittelklassewagen unter $ 2000:


1924 Moon 6-50 Touring (Ar-Chief)




1924 Velie Six Model 58 Silver Swallow Phaeton
(Ar-Chief)




1924 Willys Knight Model 64 Roadster (WOKR)





1924 Rickenbacker Model C6 4-passenger Coupé
(Ar-Chief)

Moon aus St. Louis hatte nicht weniger als sechs Modellreihen im Angebot. Die Preise zwischen $ 1495 und $ 2095 für diesen Sechszylinder mit 50 HP waren attraktiv. Die Marke war bekannt für ihre unverschämte Kopie des Rolls-Royce Kühlers.

Velie war ein Aussenseiter. Das Modell 58 mit 47 HP verkaufte sich um etwa $ 1100 bis $ 1300, doch dieses Silver Swallow Sport Phaeton war etwas besonderes zu $ 1645.
Ebenfalls nicht Mainstream war der Willys Knight Model 64. Der Vierzylinder war mit Preisen zwischen $ 1175 und $ 1795 einer der günstigsten Wagen mit dem laufruhigen aber aufwendigen Knight-Schiebermotor.
Der Rickenbacker Modell C6 war ein durch und durch konventioneller Sechszylinder-Gebrauchswagen. es gab nur vier Werkskarosserien zwischen $ 1645 und $ 2135. Die Marke hielt sich von 1922-1927.

Es folgen drei eher ausgefallene Vierzylinder-Mittelklassewagen um $ 1000:



1924 Gardner Radio Special Touring
(Ar-Chief)

Die Bezeichnung geht auf das serienmässige Radio im Auto zurück. Die Antenne war unter dem Boden angebracht.



1924 Hupmobile Series R Touring (Ar-Chief)
Ein solides Auto das recht beliebt war.


1924 Rollin Model G 5-p Sedan $1275 (Ar-Chief)
Ein echter Exot. Rollin ist der Name eines der White-Brüder (aus der LKW-Dynastie). Er suchte eine neue Herausforderung und verliess den Familienbetrieb (Dampf- und Benzin-PKW, Trucks) und gründete die kurzlebige Marke. Später war er an der Gründung der Cleveland Tractor Co. beteiligt (CleTrac).







1922 Stanley Model 740B 7-passenger Touring (Ar-Chief)

Dampfwagen waren praktisch ganz verschwunden. Stanley war der bekannteste, ein anderer war der Brooks, der auch n Kanada gebaut wurde. Den grandiosesten Versuch startete Abner Doble im folgenden Jahr.
Stanley legte Wert auf die Feststellung, dass in den fast 30 Jahren ihres Bestehens kein einziger explodierter Kessel bekannt wurde. Dass sich der eine oder andere "Chauffeur" verbrüht hatte wurde nicht erwähnt.
Das Modell Model 740-B mit Zweikolbenmaschine kostete als 7-sitziger Touring $ 2750.


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