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Ultimativer Adventskalenderfred 2014

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Ultimativer Adventskalenderfred 2014

Beitrag #76 von chief tin cloud » 19.12.2014, 02:51

Freitag, 19. Dezember 2014






1938 American Bantam 60 Roadster, ein Design von Alexis de Sakhnoffsky (Ar-chief)



:weihnachten:

Liebe Gemeinde,

Heute geht es weiter mit Alexander Sarantos Tremulis. Nachdem die Cord Corporation 1938 mit gewaltigem Getöse zusammengebrrochen war und drei grosse klassische Marken - Auburn, Cord und Duesenberg - unter sich begraben hatte, brauchte Tremulis einen neen Job. Er fand ihn als Chefdesigner bei American Bantam. Genau genommen war er der einzige Designer dieses kleinen Herstellers von nicht nur nach amerikanischen Maßstäben sehr kleinen Autos.





1939 American Bantam 60 Pick-up (Wikpedia)





1939 American Bantam 60 Station Wagon (Wikpedia)


Mit Sicherheit war er unterfordert, denn American Bantam hatte einen Liefervertrag für seine Karosserien bei der Hayes Body Corporation in Ionia und Grand Rapids MI. Zu deren Dienstleistungen gehörte ein Designbüro, das Kunden Vorschläge unterbreiten konnte. Geleitet wurde es von einem anderen Grossen der Branche, Alexis Wladimirovich de Sakhnoffsky (1901-1964), ein echter russischer Graf und ein begnadeter Designer. dessen Stromlinienformen großen Einfluss auf das US-Styling hatten.





1940 American Bantam Model 65 Boulevard Delivery (Ar-chief)


Das Design für die letzte Generation des American Bantam stand schon vor Tremulis Ankunft. Nicht nur wegen dem Eintritt der USA in den Krieg und Tremulis Einberufung kurz nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 war American Bantam nur eine Durchgangsstation für Tremulis.






1940 American Bantam Model 65 Roadster (Ar-chief)

Er diente in der US Air Force als Designer fortschrittlicher Flugzeugkonzepte. Sein Dienstort war Wright Field, die heutige Wright-Patterson Air Force base. Hier entwickelte er ein höchst aussergewöhnliches Konzept für einen Raumgleiter. Die Idee führte 1957 zum Projekt Boeing X-20 Dyna-Soar und dieses in den 1970ern zum NASA Space Shuttle. Ziemlich ausergewöhnlich für ein Konzept aus den 1940ern.





Künstlerische Darstellung der Boeing X-20 Dyna-Soar beim Wiedereintritt (Wikpedia)






Alex Tremulis' Zeichnung eines Rumkreuzers im Anflug zur Erde (ca. 1948-50). (Hemmings)






Alex Tremulis' Zeichnung eines Sprachentschlüsslers (ca. 1948-50). Weltraumfahrer bruchen sowas, wie jeder Trekkie weiss... (Hemmings)



Tremulis hatte ein aussergewöhnliches Steckenpferd: Er beschäftigte sich, möglicherweise angeregt durch Orson Welles legendäres Radiohörspiel "Krieg der Welten" von 1938, mit Leben im Weltraum und Besuchern von anderen Planeten. Welles Adaption des Zukunftsromans Der Krieg der Welten von H.G. Wells, seitdem mehrfach verfilmt, war derart realistisch gemacht, dass es gebietsweise zu Massenpanik wegen der Landung der Marsianer kam

Tremulis Entwürfe von extraterrestrischen Raumschiffen sind die ersten ihrer Art, die zugeordnet werden können. Sie prägten die öffentliche Wahrnehmung als "fliegende Untertassen", erst Recht nach den UFO-Vorfällen in Roswell 1947: Alex Tremulis ist der "Erfinder" der fliegenden Untertasse.
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Beitrag #77 von chief tin cloud » 19.12.2014, 03:27


Tremulis patentierte das Design und suchte Lizenznehmer für Spielwaren (die in den 1950ern sehr beliebt waren). Und für eine Kühlerfigur.










Kühlerfigur von Alex Tremulis,
(Hemmings)

Fällt nur mir die Ähnlichkeit mit dem Raumschiff Enterprise auf? Es gab die Figur auch mit roter oder weisser Linse und unbeleuchtet. Ich hätte gern so ein Ding...




Patentschrift der Kühlerfigur
(Hemmings)
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Beitrag #78 von ronny » 19.12.2014, 07:34

Also wirklich ...Dinge gibt es ..man glaubt es kaum..
Danke Chief :)
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Beitrag #79 von blackmagic57 » 19.12.2014, 21:02

Menno, jetzt hab ich mich gerade in den schnuckeligen 1938 AB 60 Roadster (erstes Bild) verliebt und stelle fest, daß du keine Motordaten nennst...:traurig:
´
Allen, die ich dieses Jahr beleidigt, beschimpft oder enttäuscht habe, möchte ich sagen: "Das wird schon seinen Grund gehabt haben." :fiesgrins:


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Beitrag #80 von chief tin cloud » 19.12.2014, 23:14

blackmagic57 schrieb: Menno, jetzt hab ich mich gerade in den schnuckeligen 1938 AB 60 Roadster (erstes Bild) verliebt und stelle fest, daß du keine Motordaten nennst...:traurig:




Bitteschön: 4 Zylinder, 747 ccm (45.6 ci), 19 bhp, 40 mpg, 5.9 L/100 km)
Ab 1940 Modell 65 mit 22 bhp. Radstand 75 in (1900 mm)
Der Motor basierte auf jenem des Austin 40
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Beitrag #81 von blackmagic57 » 19.12.2014, 23:31

Danke.:cool:
A bissl schwachbrüstig, der Kleine, aber für Donald Duck hat´s gereicht, oder?;)
´
Allen, die ich dieses Jahr beleidigt, beschimpft oder enttäuscht habe, möchte ich sagen: "Das wird schon seinen Grund gehabt haben." :fiesgrins:


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Beitrag #82 von chief tin cloud » 20.12.2014, 03:18

Samstag, 20. Dezember 2014





1965 Acadian Beaumont Super Deluxe Hardtop mit L79 327 ci V8 (350 bhp) (barnfinds)



:weihnachten: Liebe Gemeinde,

Euer Adventskalenderfredredaktor öffnet das heutige Türchen leicht übernächtigt (wenn Ihr nachschaut, zu welcher Zeit die Türchen aufgehen , dann wisst Ihr auch warum) und ziemlich befriedigt über den fast reibungslosen Ablauf.





1964 Acadian Beaumont Convertible (Wikipedia)


Wir schliessen heute das Kapitel über die Marken Acadian und Beaumont. Nachzutragen bleibt zum Acadian, dass er auf der GM X-body Plattform beruht (der Vorgängerin der X-body FWD von 1979).
Diese Plattform wurde 1962 eingeführt und umfasste folgende Baureihen:

Chevrolet Chevy II (1962–1967)
Chevrolet Nova (1968–1979)
Buick Apollo (1973–1974; 1975 nur Sedan
Buick Skylark (1975 Coupey; 1976–1979)
Oldsmobile Omega (1973–1979)
Pontiac Ventura (1971–1977)
Pontiac Phoenix (1977–1979)
Acadian (1962-1971)
Acadian Invader (1962-1971)
Acadian Beaumont, Beaumont Super Deluxe (1962-1963, ev. 1970-1971)


Buick Skylark, Oldsmobile Omega und Pontiac Phoenix waren Bezeichnungen, die auch für die modernen, frontgetriebenen Nachfolger verwendet wurden, die 1979 für das Modelljahr 1980 eingeführt wurden.
Von der X-Pattform wurden F- (Chevrolet Camaro, Pontiac Firebird und TransAm)
und K-Plattform (Cadillac Seville) abgeleitet.

Im folgenden beschäftigen wir uns mit dem Beaumont A-Body, der 1964 eingeführt wurde.
Einge Details müssen noch synchronisiert werden mit dem ersten Teil, doch so viel scheint festzustehen:

Der Name Beaumont stand 1962-1963 für das Acadian-Topmodell (X-Body)
1964 führte GM of Canada eine A-Body Version ein. Sie wurde ebenfalls Beaumont genannt und war als Standard, Custom und Super Deluxe erhältlich. Der teuerste Acadian XBody wurde nun zum Canso, von dem es ebenfalls einen SD gab.
Der Super Deluxe war das Gegenstück zum Nova SS und Chevelle SS

Die A-Plattform war die kleinere (bis 1962 resp. mittlere Plattform, die Fahrzeuge wurden ab der 2. Generation "Intermediates" genannt.

1936–1958 GM A platform (RWD):

Chevrolet, die kleineren Pontiac, Oldsmobile Serien F und 60

1964–1981 GM A platform (RWD)

Chevrolet Chevelle und El Camino
Pontiac LeMans und GTO
Buick Century und Skylark
Oldsmobile Cutlass
Acadian Beaumont (1964-1965)
Beaumont (1966-1969)

1982–1996
GM A platform (FWD)
Chevrolet Celebrity
Pontiac 6000
Buick Century
Oldsmobile Cutlass und Ciera









1965 Acadian Beaumont Super Deluxe Hardtop mit L79 327 ci V8 (350 bhp) (barnfinds)




Technisch entsprach der Acadian Beaumont dem Chevelle. Einziger Unterschied: Es gab auch in der Basisausführung ein Cabrio, vom Chevelle nicht.
Es gab einige Trim-Teile vom Pontiac LeMans zur Unterscheidung.






1966 machte GM den Beaumont von der Baureihe zur Marke. Spätestens ab jetzt möglicherweise aber schon früher, wurden auch Armaturenbretter des LeMans verwendet.

1969 endete die Produktion. Zuletzt gab es den SD 396 und ein GTA genanntes Coupé. 1970 wurde stattdessen der LeMans angeboten.


Acadian X-Bodies gab es noch bis 1971.














(Acadian) Beaumont, Baujahr nicht klar (Wikipedia)







1966 Beaumont Super Deluxe (Wikipedia)




1966 Beaumont Super Deluxe Convertble (Wikipedia)







1967 Beaumont Super Deluxe (Wikipedia)









1968 Beaumont (Wikipedia)










1969 Acadian Beaumont GTA L79 327 ci 350 bhp (justacarguy)








1969 Acadian Beaumont GTA in Chile (Wikipedia)








1969 Acadian Beaumont GTA (Katalogbild)





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Beitrag #83 von Hightower » 20.12.2014, 13:39

blackmagic57 schrieb: Danke.:cool:
A bissl schwachbrüstig, der Kleine, aber für Donald Duck hat´s gereicht, oder?;)


Nicht nur für Donald Duck, sondern auch für die Army, denn daraus entstand der Willys GP.
http://www.us-car-forum.net/community/showthread.php?t=7673
Grüße
Andy
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Beitrag #84 von chief tin cloud » 21.12.2014, 01:40

Sonntag, 21. Dezember 2014


4. Advent



:weihnachten: Liebe Gemeinde,


Heute ist Sonntag un der 4. Advent. Euer Adventskalenderfredredaktor hat für heute was zum Lesen und etwas mehr auf die Augen vorgesehen.






1953 Cadillac Eldorado (Wikipedia)



1953 präsentierte General Motors an der jährlichen Motorama-Ausstellung die eingangs erwähnten Konzeptfahrzeuge mit Panoramascheibe. Einige gingen in limitierte Serie, so der Cadillac Eldorado und der Oldsmobile Fiesta. Der dritte dieser Dream cars, der Buick Skylark, erhielt erst in seinem zweiten und letzten Produktionsjahr 1954 eine solche Scheibe. Unmittelbar darauf folgten die ersten 300 Exemplare der Chevrolet Corvette. Mit Panoramascheibe...

In den Folgejahren wurde sie ein Designmerkmal fast aller US- Personenwagen. Allerdings führte das auch zu Änderungen an der Karosseriestruktur. Diese Eingriffe rechtfertigten sich in der Regel nur, wenn sie über die ganze Modellpalette oder sogar konzernweit erfolgten. Eine Ausnahme bildeten Fälle, wo alte und neue Produktion parallel liefen.




1954 Cadillac Series 62 4dr Sedan (Ar-chief)



Bei General Motors setzte man bald ganz auf diese Frontscheiben. 1955 erschien sie auch bei Chevrolet und Pontiac.





1957 Cadillac Series 62 4dr Sedan (carhunters.net)



1957 stand bei Cadillac der nächste Modellwechsel an. Unter anderen erschien eine völlig neue Dachform. Wiederum gab es Panoramascheiben sowohl vorn wie hinten. Die A-Säulen waren nun auf Scheibenhöhe in Gegenrichtung geneigt, wodurch die Scheibe unten spitz auszulaufen scheint. Die Ausstellfenster in den Türen sind als konvexe Vierecke geformt und gleichen so den Maßunterschied zu den rechteckigen Türscheiben aus. Diese Bauform findet sich wiederum auf den US-Konzernmarken des Modelljahr 1958.


Inzwischen war eine Entwicklung eingetreten, die man bei GM für undenkbar gehalten hatte: Mit dem Modelljahr 1957 ging die als selbstverständlich vorausgesetzte Führungsrolle im Styling verloren - und das ausgerechnet an Chrysler, wo bis vor kurzem eher behäbige Fahrzeuge entstanden waren. Für die sehr opulent gestalteten 1958er Modelle von GM mit ihrer wuchtigen Formgebung und angedeuteten Flossen wurde diese Entwicklung zum Desaster.







1959 Oldsmobile 98 Vista Sedan (Wikipedia)



Die Antwort von GM kam postwendend. Harley Earl wurde entmachtet und in den Ruhestand geschickt. Sein Nachfolger William L. Mitchell bemühte sich hastig, eine Antwort auf die Design-Offensive der Konkurrenz zu finden. Daher gab es bereits 1959 wieder ganz neue Modelle - auch für Cadillac. Dazu gehörte auch eine überarbeitete Panoramascheibe. Die A-Säule war nun oben leicht gekröpf und das Glas leicht in das Dach gezogen. Dieser Modellzyklus lief bis Ende 1961, doch nach einem Facelift für dieses Modelljahr war die Panoramascheibe nicht mehr vorhanden, wenn auch die A-Säule weiterhin geschwungen war.






1959 Chevrolet Impala Vista Sedan (Wikipedia)



1959-1961 wurde für einige viertürige Modelle ein verlängertes, "Vista" genanntes, Dach angeboten. Dazu gehörte eine besonders große hintere Panoramascheibe. Der Effekt wurde an den Station Wagon der großen Baureihen optisch wiederholt. Zeittypisch öffnet sich sich die Heckscheibe nach oben und die Klappe nach unten. Der nur 1959 und 1960 angebotene Pick-up Chevrolet El Camino basierte auf den großen Chevrolet-Modellen und erhielt demzufolge deren vordere Panoramascheibe. Hinten wurde die Vista-Scheibe verwendet. Bereits die ab 1959 bei GM eingeführten Kompaktwagen (nach US-Lesart) hatten keine Panoramascheiben mehr.
Ein Sonderfall stellt der Sportwagen Chevrolet Corvette C1 dar, der bereits mit der Einführung 1953 eine eigene Version einer Panoramascheibe erhielt. Er unterschied sich von allen andern Konzernprodukten durch seine Fiberglas-Karosserie, die auch eine eine Scheibe erforderte.


Anfang der 1960er Jahre verschwand die Panoramascheibe in den USA fast ganz. In Europa mit seinen etwas längeren Modellzyklen hielt sie sich etwas länger.


So schön können Panoramascheiben aussehen:












1955 Nash Statesman Six 4dr Sedan, 1957 Rambler Custom Cross Country, 1961 Rambler Ambassador 327 4dr Sedan (Ar-chief)









1958 DeSoto Firedome Sportsman, 1958 Fairlane 500 Skyliner Retractable, 1956 Continental Mark II, 1959 Continental Mark IV Hardtop Coupe (Ar-chief)


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Beitrag #85 von blackmagic57 » 21.12.2014, 21:11

Also ich find ja Panoramascheiben toll und kenn da auch noch ein gelb-schwarzes Stachelinsekt, dem die auch ganz gut zu Gesicht steht, aber da gibbet im Beitrag nur so´n Minibildchen von...:rolleyes:
´
Allen, die ich dieses Jahr beleidigt, beschimpft oder enttäuscht habe, möchte ich sagen: "Das wird schon seinen Grund gehabt haben." :fiesgrins:


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Beitrag #86 von chief tin cloud » 21.12.2014, 23:52

Weisst Du, Euer Adventskalenderfredredaktor ist hin und wieder ein kleiner Schelm. :D

Bevorich mich mit dem Thema beschäftigt habe, ist mir nie aufgefallen, wie unterschiedlich diese Scheiben sind.
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Beitrag #87 von chief tin cloud » 22.12.2014, 03:11

Montag, 22. Dezember 2014









:weihnachten: Liebe Gemeinde,


Heute erfahren wir mehr über den Daniels.

Dass der
Prototyp im Herbst 1915 fertiggestellt war, haben wir bereits erfahren. Nur vier Monate nach der offiziellen Mitteilung der Gründung war das Auto produktionsreif. Es war ein solide aber konventionell gebauter Assembled Car, ein aus im Markt erhältlichen Bestandteilen konfektioniert. Den Rahmen lieferte, wie erwähnt, Partner Parish. Er hatte einen Radstand von
127 Zoll (3226 mm). Die elektrische Ausstattung mit 6 Volt Spannung kam von Westinghouse. Der Generator war vorn am Motor angebracht und wurde mittels Welle und spiralverzahnten Zahnrädern angetrieben. Eine 100 Ampère Willard wurde verbaut. Das Getriebe wurde von Brown-Lipe-Chapin zugekauft. Es war zusammen mit der Mehrscheibenkupplung mit dem Motor verblockt. Der Ganghebel war bereits mittig angebracht - zu dieser Zeit sass er noch an der Seitenwand im Motorraum. Es gab eine Kardanwelle (sie hatten sich erst vor kurzem auch bei grossvolumigen Motoren durchgesetzt) mit Spiralverzahnung. Um den Schwerpunkt tiefer zu halten, hatte der Daniels hinten Underslung-Bauweise, dh, die (von Spicer gelieferte) Achse wurde zwischen Fahrgestell-Längsträgern und Blattfedern geführt anstatt unter letzterer aufgehängt. Das war für sportliche Autos nicht unüblich. Die Federn waren koventionell halbelliptisch. Zunächst hatte der Daniels nur hinten Bremsen, die Trommeln hatten einen Durchmesser von 15 Zoll.

Die einzige ungewöhnliche Komponente des Daniels ist der Motor. Daniels hatte ihn nicht selber entwickelt, sondern bezog ihn von der gleichen Quelle, die auch Oakland und andere Hersteller belieferte, nämlich der Herschell-Spillman Company in North Tonawanda (New York).
V8-Motoren waren erstmals 1910 in Frankreich von De Dion-Bouton und Renault serienmäßig in Straßenfahrzeugen verwendet worden. In den USA gilt Cadillac als erste Marke mit einem V8. Aber auch dieser Motor wurde zugekauft von der Northway Motors Corporation, welche eines der ersten Exemplare von De Dion-Bouton in den USA analysiert hatte.



1921 Daniels Model D Touring (Wikipedia)



Der seitengesteuerte H-S V8 hatte im Daniels zunächst einen Hubraum von 5424 ccm (331 c.i.). In dieser Form hiess er Model A und war bis 1918 im Programm. "Werkskarosserien" gab es als 2-pass. Roadster, Speedster, 4-pass. Touring, 7-pass. Limousine und ein davon abgeleitetes Landaulet. Manche Quellen nennen auch einen Sedan. Die offenen Versionen kosteten um $ 2350, die geschlossenen ab $ 3250. Der Daniels war damit ein Konkurrent des Cadillac und am unteren Rand des Luxusmarktes positioniert. Werkskarosserie hin oder her, der Daniels wurde nur auf Bestellung gebaut. Alle Varianten waren handgefertigte Semi-Customs. Der Unterschied zum Full Custom liegt einzig darin, dass der Entwurf in Kleinserie statt als Einzelstück gebaut wurde.
Die meisten baute die Fleetwood Metal Body Co. in Reading (Pennsylvania). Diese gehörte zu dieser Zeit noch nicht zu General Motors. Selbstverständlich konnte der Kunde auch ein Fahrgestell zum Karosseriebauer seiner Wahl bringen lassen. Für den Kühlerrahmen wurde Neusilber verwendet sofern der Kunde sich nicht für eine Lackierung in Wagenfarbe entschied. Auch die Keystone Body Co. baute einige Exemplare.

Dann packte Daniels der Ehrgeiz. Mt dem Modell C (über einen B gibt es keine Informationen) erschien ein V8 eigener Konstruktion mit etwa 6,4 Liter Hubraum, hergestellt von der Light Manufacturing Co. in Pottstown PA. Der C wurde ein Desaster. Nicht nur, dass der Motor unzuverlässig war, eine massive Preiserhöhung machte den Daniels praktisch unverkäuflich.
Besserung brachte der wenige Monate später nachgeschobene D. Er erschien Ede 1919 für das Modelljahr 1920 und hatte eine deutlich verbesserte Version des V8 mit 6620 cccm (404 c.i.) und 80-90 bhp.
Ein Daniels wog voll ausgerüstet um 3 tons. Über die Jahre änderte sich wenig am Daniels, dessen Markenzeichen ein "D" in einer runden Scheibe war.
Das Ende kam 1924 im Streit zwischen Daniels und Parish.






1922 Daniels Model D Town Car (coachbuilt)






1922 Daniels Model D Touring, technische Daten (coachbuilt)


Typischerweise verkaufte Daniels 200-300 Autos im Jahr. 1921 war mit 313 Stück das beste Jahr. im folgenden Jahr waren es noch 164 Stück, 1923 nur noch 93 und im letzten Jahr gerade Mal 23.






Typsch Fleetwod: 1922 Daniels Model D Town Car (coachbuilt)





1921 Daniels Model D (coachbuilt)






1922 Daniels Model D Town Brougham (coachbuilt)



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Beitrag #88 von chief tin cloud » 22.12.2014, 14:35

Nachgereicht:


1921 Daniels Eight Speedster (coachbuilt)





Daniels Übersicht (CTC für Wikipedia)




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Beitrag #89 von chief tin cloud » 23.12.2014, 02:52

Dienstag, 23. Dezember 2014


:weihnachten: Liebe Gemeinde,


Jetzt ist es Eurem stets wissbegierigen Adventskalenderfredredaktor schon wieder passiert: Ein letzter Faktencheck bringt ganz unerwartet neue Erenntnisse. So neu, dass nicht nur das betreffende, offene Türchen umgeschrieben werden muss, das neue taugt auch nix mehr...

Nun gut, dann eben etwas anderes. Verfolgen wir die Karriere von Alex Tremulis weiter.
Der Krieg war vorbei, der Militärdienst ebenso und American Bantam war ebenso Geschichte wie zuvor Cord. Er fand eine Stelle im Designbüro Tammen & Denison. Dort wurde ein Erfinder und angehender Unternehmer auf ihn Aufmerksam. Und Tremulis erhielt die einmalige Chance, ein Auto zu entwerfen, von dem es nur technische Eckdaten gab. Kein Facelift, kein Design-Ballaast. Nur neu, modern und innovativ musste es sein. Tremulis schuf sein Meisterwerk.




Der Erfinder und angehende Unternehmer war Preston Tucker und das Auto wurde als Tucker Torpedo bekannt. Tremulis entwarf ein radikal neues Auto. Der luftgekühlte Motor im Heck, ein 335 ci (5490 ccm) grosser und je nach Quelle 155 oder 166 starker, ursprünglich für Helikopter entwickelte Sechszylinder Boxer liess jede Menge Spielraum für die Frontgestaltung. Eigenwillig die tief angesetzten Lüftungsschlitze, die in die Stosstange integriert waren und die Luft zum Motor weiterleiteten. Und der zenrale Scheinwerfer, der mit der Lenkung drehte.
Innovationen des Fahrzeugs waren Sicherheitsgurte, Sicherheitsglas, das bei einem Unfall aus dem Rahmen sprang oder ein gepolstertes Armaturenbrett.






1948 Tucker Torpedo #1015 in Moss Green. Das Auto wurde im Film “Tucker: A Man and His Dream” von 1988 verwendet. (conceptcarz)



Der Tucker Talisman sollte den Torpedo ergänzen, nicht ablösen. Mehr als ein Modell und einige Zeichnungen wurden nicht daraus, ebenso wenig von einem Kompaktwagen nach gleichem Prinzip. (atawalk)



Preston Tucker gab anscheinend nie auf. Dies sollte ein Tucker für 1959 werden, gezeichnet von Tremulis. Wie modern das Design ist, ersehen wir daraus, dass Preston 1956 verstarb, die Zeichnung demnach um 1955 entstanden ist. (jalopyjournal)

Im genannten Spielfilm von Stephen Spielberg spielte Elias Koteas Alex Tremulis.
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Beitrag #90 von Franconian » 23.12.2014, 17:05

Hallo Chief,
so kurz vor Heiligabend :rolleyes: an dieser Stelle herzlichen Dank für diesen Thread, der wie jedes Jahr mal wieder viel Spaß macht zu lesen!
Danke für die Mühe, die Du Dir machst!
Frohe Weihnachten!


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