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Buda Engine Company

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chief tin cloud
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Buda Engine Company

Beitrag #1 von chief tin cloud » 12.10.2016, 14:22

Das nachfolgende Porträt basiert auf einem bislang unveröffentlichten Artikel für Wikipedia und einem Bericht im Adventskalenderfred 2015.

Ein weiterer Ausbau ist vorgesehen. Dazu suche ich laufend Literatur und Bilder zu Buda-Motoren und Fahrzeugen. Dazu gehören zB auch Boote, Gabelstabler, Traktoren und Baumaschinen.
  

Die Buda Engine Company war ein Motorenhersteller mit Sitz in Illinois. Das Unternehmen zählte über 100 überwiegend amerikanische Nutzfahrzeugproduzenten zu seinen Kunden und war auch ein bedeutender Anbieter von Motoren für Boote, Farmtraktoren, Baumaschinen und Logistikfahrzeuge; zeitweilig stellte Buda sogar Gabelstapler her. Nach der Übernahme durch Allis-Chalmers 1953 wurde die Marke eingestellt, von Buda entwickelte Motoren blieben jedoch noch lange im Angebot von Allis-Chalmers.

Unternehmensgeschichte
Das Unternehmen wurde 1881 von George Chalender in Buda IL gegründet und produzierte anfangs vor allem Werkzeuge und Maschinen zur Gleisdurcharbeitung, Weichen und Signalanlagen. Ende des 19. Jahrhunderts begann man in einer neuen, 2,4 Hektaren großen Fabrik in Harvey nahe Chicago IL auch Draisinen und Velozipeds, herzustellen die von zugekauften, luftgekühlten Einzylindermotoren angetrieben wurden.

Motorenproduktion
Ab etwa 1906 beschäftigte sich Buda auch mit der Entwicklung eines Automobils. Die Aussichten wurden aber als zu unsicher angesehen und das Projekt samt Prototyp an Fairbanks, Morse and Company in Chicago verkauft, wo 1908 ein weiterer Prototyp mit Vierzylindermotor entstand. Danach wurden auch dort die Arbeiten eingestellt. Die Herstellung von Motoren für Industrie, Landwirtschaft, Busse, Lastkraftwagen und Boote wurde erst 1910 aufgenommen. Noch 1912 wurden neben Motoren auch Fahrzeuggetriebe beworben.



 
Der Jeffery Quad (später Nash Quad) 1,5 und 2 tn LKW mit Allradantrieb und -lenkung war das wohl erfolgreichste Fahrzeug mit einem Buda-Motor. Dies ist ein 1,5 tn der 1st Aero Squadron (1916); Standard-Pritsche und Blache sind entfernt. Air Force Historical Support Division/Wikipedia





Liberty Standard B 3 ton LKW im National Museum of the United States Air Force, ca. 1918. Der Motorblock mit paarweise gegoßenen Zylindern ist gut erkennbar. Er war eine Konstruktion von Continental, Buda lieferte nur Komponenten.


Teilnahme am Liberty-Programm

Im Ersten Weltkrieg war Buda am Liberty-LKW Programm der US-Regierung beteiligt und lieferte Motorenbestandteile.
Unter der Federführung des Quartermaster Corps der US-Armee und mit patriotischer Unterstützung der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie und insbesondere der Society of Automobile Engineers sollte in möglichst kurzer Zeit der technische Rückstand der kaum mechanisierten Armee ausgeglichen werden. 15 Nutzfahrzeughersteller und 62 Zulieferer waren angeschlossen.

Der Liberty-LKW basiert auf einem Entwurf der Gramm-Bernstein Motor Truck Company in Lima (Ohio), der in vier Varianten entwickelt wurde: Class A, AA, B und C. Die beiden letzteren galten als schwere LKW mit 3 resp. 5 tn Nutzlast; Class B wurde mit über 20.000 Exemplaren die bei weitem am meisten gebaute Version.
Motorfahrzeuge entstanden um die Jahrhundertwende überwiegend in Handarbeit; die einzelnen Komponenten und Bestandteile wurden fahrzeugspezifisch aufeinander abgestimmt. Die Austauschbarkeit von Bestandteilen war ein großer Fortschritt, für den Cadillac erst 1908 die Dewar-Trophy erhalten hatte, damals ein Innovationspreis der Automobilbranche.



1919 Jumbo Model A 2,5 tn; 312 c.i. Buda Vierzylinder

Hart umkämpfter Markt
Der Krieg veränderte die Marktsituation grundlegend. Bis weit in die 1920er Jahre gab es sowohl im PKW- wie auch im Nutzfahrzeugbau eine große Zahl von Herstellern, die ihre Fahrzeuge ganz oder teilweise "konfektionierten", womit das Zusammenstellen von auf dem Markt erhältlichen Komponenten gemeint ist. Dieser Markt wurde in den USA unter dem Begriff Assembled Vehicles zusammengefasst.






1920 Master J1 Junior 1,5 tn mit 294 c.i. Buda Vierzylinder



Er bot auch einer ganzen Reihe größerer und kleinerer Motorenbauer Absatzmöglichkeiten, war aber unter diesen auch heftig umkämpft. Buda war einer der massgeblichen Mitbewerber. Andere waren die Continental Motors Company in Muskegon MI als bedeutendster Anbieter, die Atlas Engine Works in Indiananoplis IN, die Climax Engineering Company in Clinton IO (kein Bezug zum britischen Coventry-Climax), die Hercules Engine Company in Canton OH, die Herschell-Spillman Company in North Tonawanda N, die LeRoi Company in Milwaukee WI, die Lycoming Company in Williamsport PA, die Rutenber Motor Company in Logansport IN, die Teetor-Harley Motor Corporation in Hagerstown IN, Waukesha Engines in Waukesha WI, die Weidely Motors Company in Indianapolis oder die Wisconsin Motor Manufacturing Company in Milwaukee WI.






1922 Macdonald 7tn mit 382 c.i. Buda Vierzylinder. Ein schwerer LKW seiner Zeit.


Nach Kriegsende verkauften die Streitkräfte der siegreichen Mächte große Teile ihres nun überflüssigen LKW-Bestands. Das führte sofort zu einem Markteinbruch für neue Nutzfahrzeuge, besonders in der Klasse bis 3 tn Nutzlast, denn die ausgemusterten Armeelastwagen waren gut unterhalten, wurden vor dem Verkauf instand gestellt und waren deutlich günstiger als Neufahrzeuge. Obwohl die US-Behörden schnell entschieden, die in Europa eingesetzten Fahrzeuge nicht mehr zurück in die USA zu holen (was das Problem in Europa verschärfte), wurde auch der US-Markt betroffen, denn der Bestand an Armeelastwagen wurde auch hier reduziert. Schlagartig endeten auch die Bestellungen der Armee, von denen zahllose Unternehmen inner- und außerhalb des Fahrzeugbereichs abhingen.
Der erbitterte Konkurrenzkampf unter den Nutzfahrzeugherstellern einerseits und ihren Zulieferern andererseits führte zu einer Marktbereinigung. Dutzende kleiner, häufig nur regional tätiger LKW- und Bushersteller mussten schliessen. Die verbliebenen Hersteller und Konzerne entwickelten und bauten ihre Motoren zunehmend selber, sodass dieser Geschäftsbereich für unabhängige Unternehmen wie Buda erodierte. Ein ähnlicher Verdrängungskampf hatte im PKW-Bereich schon früher begonnen, als Henry Ford ab 1913 mit der konsequenten Fließfertigung seines Ford Modell T begann und gleichzeitig die Abhängigkeit von Komponentenlieferanten deutlich reduziert wurde.



Buda-Lanova Diesel Reihenachtzylinder in einem stillgelegten Euclid truck.


Verkauf des Unternehmens
1953 erwarb Allis-Chalmers das Unternehmen. Viele Motoren, darunter auch die Buda-Lanova-Modelle,  wurden weiterhin produziert; letztere wurden nun als „Allis-Chalmers Dieselmotoren“ vermarktet.

Bis vor kurzem produzierte eine Buda Engine Company in Shreveport Ersatzteile.


Nutzfahrzeughersteller mit Buda-Motoren
Buda-Motoren wurden in den 1910-er bis in die 1945er-Jahre von zahlreichen Automobil- und LKW-Herstellern verbaut. Bekannt sind 110 verschiedene Nutzfahrzeugproduzenten, die ganz oder teilweise auf Buda-Motoren setzten. Euer Adventskalnderedaktor kennt sie alle, verschont Euch aber an dieser Stelle mit einer Auflistung.
Bethlehem, International, Euclid, Kenworth, Rehberger oder Transport gehörten zu den Kunden. ;)




Quellen: Wikipedia und Trombinoscars
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