Ein Herzliches Willkommen im US-Car Forum - schön, dich in unserer Mitte zu wissen!

Es gibt viel zu entdecken, aber bitte schau zuerst in deinen persönlichen Bereich (oben rechts das vierte Icon) ändere dein Passwort und mach alle Einstellungen nach deinen Wünschen.
Dabei bitte jede Seite/Tab mit Änderungen sofort speichern (Absenden).
Viel Spaß beim Durchprobieren.

American Motors und die AMX-Prototypen

Wissenswertes über AMC
Benutzeravatar
chief tin cloud
Moderator
Moderator
Beiträge: 10182
Registriert: 25.04.2009
Wohnort: St. Gallen
Alter: 60
Kontaktdaten:

American Motors und die AMX-Prototypen

Beitrag #1 von chief tin cloud » 08.12.2013, 19:27

Die Geschichte der verschiedenen AMX-Prototypen (AMX-II, AMX/2, AMX-III und AMX/3)ist etwas kompliziert. Es geht um einen Sportwagen mit amerikanischem Namen und V8 und einem italienischen Fahrgestell der in Deutschland montiert werden sollte.

Sollte, denn nach einigen Prototypen war Schluss...
Für das schmissige, sehr italienisch anmutende Design war American Motors Chefdesigner Richard A. Teague verantwortlich. Zuvor war er der letzte Chefdesigner der Packard Motor Car Company (und der zweitletzte der Marke Packard, 1952-1956, danach ein knappes Jahr bei Chef des Chrysler-Markenstudios und akzeptierte nach kurzer Selbständigkeit die Position als Designchef und VP bei AMC als Nachfolger des zuletzt glücklosen Ed Anderson. Involviert waren unter anderem der Leiter des Advanced Design Studios, Chuck Mashigan, die AMC-Designer Bob Nixon und Fred Hudson, Vignale in italien und der unabhängige Designberater Vince Gardner.
AMX war ursprünglich der Werkscode für Prototypen, ähnlich wie die X-Nummern bei GM. Für die Marketing-Leute war das Kürzel ("American Motors EXperimental") zu schön um es in der Entwicklungsabteilung brach liegen zu lassen. Ziemlich verwirrend, dass es also im Laufe der Zeit auch als Modell- und Trim-Bezeichnung Verwendung fand.

Um die Dinge weiter zu komplizieren, arbeitete AMC mit zwei Nummerierungen. Wie wir erfahren werden, haben AMX-II und AMX/2 respektive AMX-III und AMX/3 nichts miteinander zu tun.

Haken wir vorerst also den AMX-Prototypen von 1966 sowie AMX-II und AMX-III ab. Die Fahrzeuge gehörten zum "Project IV", eine mit dem in den USA üblichen Tamtam angekündigte "auto show of the future" die überall in den USA gezeigt wurde.



1966 American Motors AMX-II Vince Gardner Hardtop (carstyling.ru)


AMX-II von 1966 war ein grosses, zweitüriges Hardtop mit Stufenheck mit dem offenbar der Personal Luxury Markt erkundet werden sollte. Der Entwurf stammte vom bekannten Freelancer Vince Gardner (Mitarbeit am Cord 810 unter Buehrig, Chefdesigner bei Budd, Mitarbeit unter Raymond Loewy für Studebaker und einer der Konkurrenten um das Design des Continental Mark II).





1966 American Motors AMX-III Station Wagon (carstyling.ru)

Auch der AMX-III kam aus Mashigans Advanced Design Studio. Im Prinzip war er ein kompakter 4doorv Station mit Javelin Front Clip. Es ist nicht anzunehmen, dass diese Kombination ernsthaft erwogen wurde, die sportliche Kombilinie findet sich allerdings beim Hornet Sportabout Station in der Serie wieder. AMX-III wurde erstmals an der Chicago Auto Show im Februar 1967 gezeigt.

Uns interessiert aber ein Auto das man zuletzt von AMC erwartet hätte; das Unternehmen bemühte sich nach Kräften, sein Image als Hersteller von praktischen und sparsamen aber langweiligen Autos abzulegen. Es ist eben schwierig, beim Mobil Oil Economy Rund und in der NASCAR gleichzeitig die Nase vorn zu haben.
So kam es zur AMX/ Serie.


1966 American Motors AMX-I; hauseigene Studie (blau) und Prototyp von Vignale mit 290 ci V8. (carstyling.ru)

Der erste AMX Prototyp, auch AMX-1 genannt, war eine nicht fahrbare Studie (Mock up), aufgebaut auf dem Chassis eines verunfallten Rambler American. Das Design von Teague und Mashigan war nahe am 1968 eingeführten Serien-AMX mit neckischem Notsitzen in der Tradition früherer "Schwiegermuttersitze". Eine Herausforderung waren die ultradünnen A-Säulen. Das Auto wurde erstmals an der Jahreskonferenz der Society of Automotive Engineers (SAE) in Detroit gezeigt.


Das inzwischen umlackierte "Pushmobile" aus Fiberglas wurde lange im Talladega Speedway Museum ausgestellt und kam dann ins Crawford Museum of Transportation in Cleveland OH.
(conceptcarz)

Der Entwurf kam so gut an, dass AMC beschloss, sich einen fahrbaren Prototypen zu gönnen. Den Auftrag erhielt Vignale in Turin - wir wissen ja inzwischen, dass die Italiener sowas gut und günstig erledigten. In diesem Fall auch schnell: Vignale lieferte nur 78 Tage nach Auftragserteilung.


Pressebilder des AMX/2
von 1969 (carstyling.ru)

Der AMX/2 ist ein in zwei Exemplaren gebauter Mockup. Der Entwurf eines reinrassigen Sportwagens mit doppelten, beweglichen Spoilern kam von den AMC-Designern Bob Nixon und Fred Hudson und hat starke italienische Einflüsse. Er war wiederum eine nicht fahrbare Styling-Studie und für einen Mittelmotor ausgelegt. Das Auto wurde 1969 an der Chicago Auto Show im vorgestellt. Danach stand eines der Fahrzeuge jahrelang als Blickfang auf dem Dach eines Autohändlers. Schade eigentlich:




Turin, Mailand oder Detroitz? AMX/2 von 1969 (conceptcarz)


Auch der AMX/3 war mit Sicherheit weder praktisch noch sparsam - und vor allem aber nicht langweilig. Er war die logische Folge der enthusiastischen Aufnahme des AMX/2. Das Problem solcher Ideenträger ist oft, dass die Leute etwas auf der Strasse sehen wollen wenn sie erst einmal eine Idee davon auf einer Messe bekommen haben. Der AMX/3 ist die Konsequenz daraus. Er gilt als Meisterwerk von Teague. Unschwer zu erkennen warum:


1970 AMX/3 (carstyling.ru)


Gebaut wurde das Auto wiederum in Italien, diesmal aber bei Giotto Bizzarinis ItalDesign in Turin. Eine Vorgabe war, möglichst viele AMC-Teile zu verbauen. Das begann mit dem Motor: Ein erfreulicher 390 ci (6390 ccm) lieferte 340 PS welche ein speziell angefertigtes Schaltgetriebe von OTO Melara auf 4 Gänge sortierte (ein 5-Gänger war angedacht, schaffte es aber nicht mehr in ein Auto). Die Spitze lag bei 160 MPH (knapp 260 km/h). Auch nicht aus dem AMC-Regal kamen die Aufhängung, die Magnesiumfelgen von Campagnolo und die Hochleistungsbremsen von ATE. Für die Montage war Karmann im Gespräch.
So weit kam es nicht, nach 6 Exemplaren, gebaut zwischen 1970 und 1972, war bereits Schluss. Drei davon kaufte Teague für sich.







Der rote AMX/3 gehörte Richard Teague und steht als dauerleihgabe seiner Witwe im San Diego Automotive Museum. (conceptcarz / carstyling.ru)



Woran lag es? Da waren einmal die neuen US-Sicherheitsvorschriften welche den anvisierten Preis von etwa $ 10'000 verdoppelt hätten. Gleichzeitig steckte AMC in seinen regelmässig auftretenden Geldsorgen und konnte die Mittel für dieses Image-Projekt mit höchst unsicheren Erfolgsaussichten nicht abzweigen. Rivale Ford erlebte zu dieser Zeit ähnliches mit seinem Projekt Pantera
Aber schön wär's doch gewesen...

...einen hab ich doch noch:


Bleibt nur noch herauszufinden warum da "AMX-III" statt "AMX/3" draufsteht :gruebel: (conceptcarz)
Bild Bild


ASK THE MAN WHO OWNS ONE

Nenn es nicht Auto wenn es kein PACKARD ist!

Zurück zu „AMC - American Motor Corporation“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast