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Nash Teil 2: Jeffery - zwischen Rambler und Nash (1914-16)

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chief tin cloud
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Nash Teil 2: Jeffery - zwischen Rambler und Nash (1914-16)

Beitrag #1 von chief tin cloud » 09.12.2010, 12:48

Die Thomas B. Jeffery Company entstand aus der Fahrradfabrik Jeffery & Gormully in Chicago, damals zweitgrösster Fahrradhersteller in den USA. Unter dem Label G & J stellte die Firma ausserdem Reifen her. Die Automobile der Firma hiessen gleich wie die Fahrräder: Rambler.


Schon im ersten Verkaufsjahr (1902) verliessen rund 1'500 Fahrzeuge das Werk. Das machte Rambler auf Anhieb zum zweitgrössten Hersteller der USA (hinter Oldsmobile) und zum zweiten Hersteller der Autos am Fliessband baute.

Am 2. April 1910 verstarb Thomas Jeffery völlig unerwartet an einem Herzversagen. Sohn Charles übernahm die Geschäfte und führte die Firma erfolgreich weiter.





1912 Rambler 38HP Four Model 73-4CC 5p Cross Country Touring. 4 Zylinder, 38 HP, 286.3 ci (4692 ccm). Dieses Exemplar spielte im Kinofilm "Titanic" (1997) mit; es ist vor der Abfahrt auf dem Pier zu sehen. (National Automobile Museum, Reno NV; cascaderamblers)


1914 benannte Jeffery die Marke zu Ehren seines Vaters um in Jeffery - wirtschaftlich keine sinnvolle Massnahme, war der Name Rambler doch bestens eingeführt in den USA.




Frank Fageol, Jeffery-Vertretung an der Telegraph Avenue in Oakland CA, 1914. Man beachte die zahlreichen zur Auslieferung bereitgestellten Trucks (Oakland Tribune & pnwnash)


Am Produkt änderte sich wenig, weiterhin gab es solide, kraftvolle Automobile der Mittel- und Oberklasse mit 4 und 6 Zylindern.




1914 Jeffery 93 Touring (Laurent Dionne Warren RHI / pwnash)





1915 Jeffery Truck mit Aufbau der Seaman Body Corp., Milwaukee WI (pwnash)


LKW waren ein wichtiges Standbein von Jeffery. Die Firma wartete in diesem Bereich mit einer weiteren technischen Innovation auf: Einem geländegängigen LKW:




1916 Jeffery Quad 32HP mit 4 Zylindermotor (Doppelzündung), Allradantrieb, Allradlenkung und Vierradbremsen; von Nash produzierte Armee-Version (1918) sowie Nash Quads an der Front in Frankreich (1918) (Ar-Chief, pwnnash)


Charles Jeffery reiste 1915 mit der RMS Lusitania nach Europa. Das Passagierschiff der Cunard Line (der auch die Titanic gehört hatte) wurde am
7. Mai 1915 vom deutschen U-Boot U-20 ca. 30 km vor der irischen Küste torpediert und sank innert 18 Minuten. Von den 1'959 Personen an Bord kamen 1'198 ums Leben, darunter 281 US-Bürger. Obwohl wichtige Akten bis heute von der Royal Navy unter Verschluss gehalten werden darf angenommen werden, dass das Schiff als Hilfskreuzer missbraucht wurde. Wracktaucher fanden zudem Waffen und Munition im Frachtraum.

Jeffery gehörte zu den glücklichen Überlebenden. Das Ereignis war aber derart einschneidend für ihn, dass er beschlosss, seinem Leben eine andere Richtung zu geben. Das war der eigentlich Grund dafür, dass er die Firma 1916 an Charles Nash verkaufte.

Zu diesem Zeitpunkt war Jeffery bereits ein Aussenseiter mit ca. 3'500 verkauften Autos (Buick zB verkaufte in diesem Jahr 124'834 Autos). Ein Jeffery Vierzylinder kostete ab $1,000; der Chesterfield Six mit 48 HP, nur als Touring für 5 Passagiere erhältlich, moderate $1,350. Das platzierte die Marke in der oberen Mittelklasse. Das Mass aller Dinge, der Ford Modell T (4 Zylinder, 176,7ci = 2896ccm, 20 HP), war Anfang 1916 ab $440 zu haben, das Mitte 1916 eingeführte Nachfolgemodell ab unschlagbaren $345.




1917 Jeffery Six Series 670 7-Pass Touring (Modell 671). 6 Zylinder, 261.3 ci (4282 ccm), 48 HP. (pwnnash & Ar-Chief)


Thomas und Charles Jeffery hatten aus dem verschlafenen Western-Städtchen Kenosha einen Industriestandort gemacht. Charles Nash und sein Partner James Storrow (auch ex-GM) erwarben die Firma zu einem Preis der gerüchteweise 9 Mio. Dollar betrug und nannten sie formell am 29. Juli 1916 in Nash Motors Company um.




1918 Nash Series 680 Sedan. 6 Zylinder, 248.9 ci (4079 ccm), 55 HP @ 2400/min; 25,35 Steuer-PS. Das Auto ist ein leicht überarbeiteter Jeffery Series 670.
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