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1929 Packard Monoblock 12 Prototyp

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chief tin cloud
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1929 Packard Monoblock 12 Prototyp

Beitrag #1 von chief tin cloud » 25.08.2016, 21:46

1928 kursierten in Detroit Gerüchte, dass Cadillac an einem V16 arbeitete. Bei Packard überlegte man sich eine Antwort darauf, die kurzfristig in den Speedster-Modellen von 1929 und 1930 mündete und 1932 zum Twelve führte.
Auf dem Weg dorthin wurden auch zwei bemerkenswerte Prototypen gebaut. Einer war ein V12 mit Frontantrieb, der noch existiert.

Der andere war der Monoblock 12 mit Zwölfzylinder-Reihenmotor.





Packard Monoblock 12 (alle Bilder: Packard Information)


Die Entwicklung begann Ende 1928 und wurde im März 1929 eingestellt. Verwendet wurde ein serienmässiges Custom Eight Fahrgestell mit 145,5 Zoll Radstand (Modell 645). Den Platz schaffte man durch Verlängerung der Haube um 7 Zoll, Verlängerung des Torpedoblechs um 4 Zoll und die Versetzung Feuerwand um 6 Zoll. Zudem wurde die Karosserie um 11 Zoll gekürzt. Effektiv gewonnen wurden 13 Zoll.
Den Packard fuhr der Sohn des Firmenchefs als Familienkutsche. Die Kinder müssen noch ziemlich klein gewesen sein, denn viel Beinraum war hinten nicht mehr weil der vordere Teil der Custom Eight Karrosserie zurückversetzt werden musste.

Zum Motor ist wenig bekannt. Es handelte sich um einen eigenen Guss, nicht um zwei aneinander gehängte Six. Wenn wir davon ausgehen, dass vorhandene Zylinder verwendet wurden, dann gibt es folgende Möglichkeiten

Standard Eight (Modelle 626 und 633)
320 ci
Bore & Stroke 3 3/16 & 5 Zoll
90 bhp @ 3200 RPM
Das ergibt für den R12 einen Hubraum von 478,8 ci

Custom Eight (Modelle 640 und 645)
384.8 ci
Bore & Stroke 3 1/2 & 5 Zoll
Kompr. 4.38 to 1
106 bhp @ 3200 RPM


Hier ergäbe sich ein Hubraum von 577,2 ci

Bekannt ist eine Leistung von 150 bhp @ 3000 RPM und 373 lb-ft @ 800-900 RPM, anscheinend mit Johnson-Doppelvergaser. Eine andere Auspuffanlage brachte 160 bhp.

Das am häufigsten genannte Problem waren Vibrationen bei bestimmten Geschwindigkeiten wegen der überlangen Kurbelwelle (wäre heute lösbar). Allerdings dürfte das Auto in der Praxis anfällig für Kühlungsprobleme gewesen sein. Das Problem ist bereits vom R8 bekannt und nicht an einem bestimmten Hersteller festzumachen

Packard löste das Problem schliesslich mit einem getunten 384er, der ebenfalls 150 bhp erreichte (Modelle 626 Speedster, 734 Speedster)




Vergleich: Monoblock und 645 mit Victoria Convertible Karosserie von Dietrich


Den Packard erhielt der Sohn des Firmengründers, Warren Packard, als Familienwagen. Mrs. Packard hatte keine Freude daran, was an der Farbe gelegen haben könnte: orange und silber. Damit fiel man sogar in Detroit auf...
Warren kam im August 1929 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. der Wagen ging zurüäck ans Werk, wo er auf 645 zurückgebaut und nach Mexiko verkauft wurde. Der Motor wurde verschrottet.

Belegt ist auch ein R12-Prototyp von Voisin, der in zwei Exemplaren gebaut wurde und wegen der immensen Baukosten nicht weiterverfolgt wurde.
Bild Bild


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