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1916-23 Twin Six (V12)

Wissenswertes über Packard
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chief tin cloud
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1916-23 Twin Six (V12)

Beitrag #1 von chief tin cloud » 03.02.2011, 09:06

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag für Wikipedia den ich weiter ausbauen möchte.




[[Bild:1919Packard3-35Touring.jpg|thumb|Packard Twin Six Modell 3-35 Touring (3. Serie, 1919)]]

Nachdem sich Packard mit den Modellen 18 und 30, vor allem aber mit dem Six ab 1912 endgültig im Luxuswagenmarkt etabliert hatte sollte diese Position ab 1916 durch die Einführung des ersten Serien-Personenwagens der Welt mit V12-Motor gefestigt werden. Solche Motoren gab es bereits in der Luftfahrt. Packard-Chefingenieur 'Col. Jesse Vincent' war während dem 1. Weltkrieg massgeblich am Liberty-Flugmotorenprogramm der US-Regierung beteiligt gewesen. Von den gewonnenen Erfahrungen profitierte nun auch der PW-Sektor von Packard.

Das neue Modell wurde "Twin Six" genannt und in drei Serien bis 1923 produziert. Die mit dem Six eingeführte Ein-Modellpolitik wurde bis 1920 fortgesetzt, ab 1921 war ausserdem ein preiswerterer "Single Six" Sechszylinder erhältlich.

1. Serie, 1916






1916 Packard Twin Six Touring im Packard-Museum, Warren OH (Packard Information)


Die erste Serie, Ende 1915 als Modell 1916 eingeführt, erhielt einen V12-Motor mit 60° Zylinderwinkel, seitlich stehenden Ventilen, 424 ci (6'821 ccm) Hubraum (Bohrung x Hub = 76,2 mm x 127 mm) und einer Leistung von 88 hp (64,7 kW) bei 2.600 U/min. Die Kolben bestanden aus Leichtmetall. Die Kurbelwelle war dreifach gelagert und hatte Bohrungen zur Schmierung der Stössellager. Nockenwelle, Generator und Wasserpumpe wurden mittels Kette angetrieben. Der Kühlkreislauf war thermostatgesteuert. Ein ''Boyce''-Motometer gehörte zur Grundausstattung.

Über eine Mehrscheibenkupplung wurde die Motorkraft an ein manuelles Dreiganggetriebe weitergeleitet, das vorne, unmittelbar hinter der Kupplung, eingebaut war. Erstmals bildeten an einem Packard somit Motor, Kupplung und getriebe eine Einheit; die Vorgängermodelle hatten ihr Getriebe noch an der Hinterachse eingebaut. Der Schalthebel saß weiterhin außen links. Der Vergaser wurde von Packard selber hergestellt. Der Benzintank fasste 75 Liter, davon 11 als Reserve. Der Treibstoff wurde mit einer elektrischen Pumpe gefördert.

Die mechanischen Trommelbremsen hatten einen Durchmesser von 43,18 cm und wirkten auf die Hinterräder. Das Auto hatte einen elektrischen Anlasser der durch Betätigen des Gaspedals aktiviert wurde. Packard hielt fest, dass die 120-Ah-Batterie unter dem Wagenboden genug Strom lieferte für Startversuche während 30 Minuten! Die Beleuchtung war komplett elektrisch und es gab Fern- und Abblendlicht in den Hauptscheinwerfern.

Die Räder hatten Speichen aus Hickory-Holz. An der Hinterachse waren die Speichen fest mit den Bremstrommeln verbunden. Der Wendekreis betrug für das Modell 1-25 6,4 Meter und 6,85 Meter für den 1-35.




Der Längenunterschied ist hier gut sichtbar: 1916 Packard Twin-Six 1-25 und 1-35; Salon Brougham (Packard Information)


Werkskarosserien
Der massive Rahmen des Twin Six bestand aus 15,2 cm starken Trägern aus Pressstahl. Der Armaturenträger war Bestandteil des Chassis was auch das Wechseln der Karosserie erleichterte. Es gab zwei unterschiedliche Radstände: 125 Zoll (3.175 mm) und 135 Zoll (3.429 mm).

Packard führte erst in den 30er Jahren - und nicht ganz freiwillig - einen jährlichen Modellwechsel ein. Zuvor wurde mit "Serien" gearbeitet. Wenn das Management also befand, dass es ausreichend Änderungen gab um ein neues Modell zu rechtfertigen dann führte es einfach eine neue Serie ein. Die erste Stelle der Nummer bezog sich zu dieser Zeit auf diese Serie, die beiden folgenden auf den Radstand in Zoll. Manchmal wurde sie, wie beim Twin Six, mit Bindestrich abgetrennt, manchmal nicht.





1916 Packard 1-25 6p Limousine mit der stolzen Besitzerin, der Vaudeville-Sängerin Anna Held (Packard Information)




Beide Fahrgestelle waren mit verschiedenen geschlossenen und offenen Aufbauten erhältlich. Mit Ausnahme eines ''Runabout'' ([[Roadster]]) mit zwei Sitzen und eines dreiplätziges Coupés auf dem kurzen Fahrgestell waren alle übrigen Aufbauten 5-7-sitzig. Neben einer ganzen Reihe offener Phaeton und Touring Cars waren vor allem [[Limousine|Limousinen]] und [[Landaulet|Landaulets]] im Lieferprogramm. Wenn in der Folge von "Limousinen" die Rede ist handelt es sich um die englische Definition eines Innenlenkers mit abgetrenntem Chauffeur-Abteil. Es gab für den Twin Six mehrere Varianten mit unterschiedlicher Sitzanordnung für 5 bis 7 Personen. Die 6-plätzige Standard-Limousine (die einzige die auf beiden Fahrgestellen erhältlich war) bot dem Fahrer zwar ein festes Dach aber keinen seitlichen Wetterschutz. Sog. "'''Cab Sided'' Limousinen" ("Taxi-Flanke") hatten vorne nur auf der Beifahrerseite eine Türe; der Chauffeur war also gezwungen, zum Gehsteig einzusteigen und hinter das Lenkrad zu rutschen. Das machte nur Sinn weil er ohnehin die Fond-Türen für die Fahrgäste öffnen und schliessen musste. Der hintere Dachabschluss war kantig, das hintere Seitenfenster unten hochgezogen. Imperial-Limousinen waren auch vorne geschlossen (4 Fenster pro Seite) und hatten erhöhte, ins Dach ragende Fondtüren. Das Dach war hinten gerundet und die hinterste Seitenscheibe gerader. Die Landaulets waren analog der Limousinen aufgebaut. Zusätzlich
liess sich der hintere Teil des Daches öffnen. Dies geschah durch Umklappen des Daches nach vorn und das Aufklappen eines Verdecks. Bei Limousine-Cabriolet und Landaulet-Cabriolet konnte sich das Dach auch vollständig entfernt werden. "Salon"-Ausführungen hatten eine bessere Ausstattung und vordere Einzelsitze.




2. Serie, 1917

1917 wurden die Modelle leicht überarbeitet und hießen nun 2-25 und 2-35. Sie erhielten etwas kleinere Speichenräder (35 Zoll statt 37 Zoll) und abnehmbare Zylinderköpfe.




1917 Packard Twin-Six 1-25 Convertible Coupe wiki



3. Serie, 1918-23 (3A ab 1920)
In den beiden Folgejahren wurde die Motorleistung auf 90 hp (66 kW) erhöht (Modelle 3-25 und 3-35), ansonsten wurden die Fahrzeuge unverändert weitergebaut.

Nach dem ersten Weltkrieg stellte man 1920 die Fertigung der kurzen Fahrgestelle ein. Das Modell 3-35 wurde noch bis 1923 weitergebaut und dann ohne Nachfolger eingestellt. Insgesamt wurden 30.941 Fahrzeuge dieses Typs hergestellt.


Mit dem Twin Six hatte sich Packard fest im obersten Marktsegment etabliert. Die Mitbewerber hiessen Pierce-Arrow, Peerless oder Locomobile, bald gefolgt von Rolls-Royce of America. Der überaus erfolgreiche Cadillac V8 kostete die Hälfte eines Twin Six und für seinen Gegenwert erhielt man 10 Ford Modell T. Der erste amerikanische Präsident, der in einem Automobil zu seiner Amtseinführung fuhr, war 1921 Warren G. Harding. Es war ein Packard Twin Six.
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